Schwalm-Eder-Kreis nutzt die Luca-App und unterstützt damit Gastronomen, Einzelhändler und Kulturschaffende im Landkreis mit Blick auf Öffnungsperspektiven

Veröffentlicht am: 01.04.2021

Luca App Der Schwalm-Eder-Kreis hat alle Voraussetzungen geschaffen und die wichtige Schnittstelle zwischen App und Gesundheitsamt eingerichtet.

„Impfungen und Bürgertestungen sind sicher die wichtigsten Bausteine im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Doch nicht nur hier müssen wir weiter an Fahrt aufnehmen“, so Landrat Winfried Becker. Aus diesem Grund hat der Landkreis seit gut zwei Wochen einen weiteren, digitalen Baustein hinzugefügt, um dem Infektionsgeschehen wirksam entgegenzutreten. „Wir setzen auf die Luca-App. Damit erleichtern wir nicht nur unserem Gesundheitsamt die aufwendige Arbeit in der Kontaktpersonennachverfolgung, sondern wollen unseren Gastronomen, Einzelhändlern und auch Kulturschaffenden eine echte Unterstützung mit Blick auf Öffnungsperspektiven bieten“, sagt Landrat Becker.

Der Schwalm-Eder-Kreis hat sich früh mit dieser Möglichkeit beschäftigt und die technischen Voraussetzungen bereits vor rund zwei Wochen geschaffen, das Gesundheitsamt an das Luca-System anzuschließen, um die App schnell einzusetzen. Das Land Hessen hat sich nunmehr vergangenen Freitag (26.03.2021) für den Einsatz der App ausgesprochen.

Auch wenn zahlreiche Betriebe aufgrund der aktuellen Corona-Verordnung noch nicht öffnen können, werden die Betreiberinnen und Betreiber bereits jetzt dazu ermuntert, sich mit dem System und einer Einführung vor Ort auseinander zu setzen. Die Wirtschaftsverbände, wie Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer, Kreishandwerkerschaft, Hotel- und Gaststättenverband sowie der Einzelhandelsverband empfehlen ihren Mitgliedern die Nutzung der Luca-App, um so eine breite Nutzung zu unterstützen und Akzeptanz in der Bevölkerung zu schaffen.

„Wir sind bereit. Die Kontaktnachverfolgung ist im Schwalm-Eder-Kreis sowohl personell als auch technisch gesichert, die Testkapazitäten sind gewährleistet und die 7-Tage-Inzidenz des Kreises liegt aktuell stabil weit unter dem Landesdurchschnitt. Nunmehr gilt es jedoch weiter das Infektionsgeschehen insgesamt zu senken, um Öffnungen der Bereiche, die durch die App profitieren können, überhaupt zu ermöglichen“, betont der Landrat.

Und so funktioniert die Luca-App: Nutzerinnen und Nutzer, die die App auf das Smartphone geladen haben, hinterlegen bei der Anmeldung ihre Kontaktdaten. Über einen QR-Code checken die Nutzerinnen und Nutzer zum Beispiel bei einem Restaurantbesuch ein und sind so in der Anwendung registriert. Kommt es in der Folge zu einer Infektion der registrierten Personen im direkten Umfeld, kann das Gesundheitsamt alle Personen, die sich im zum Zeitpunkt im direkten Umfeld aufgehalten haben über die App benachrichtigen. Durch die schnellere Übermittlung von Kontaktdaten im Infektionsfall, sollen Infektionsherde so klein wie möglich gehalten werden. „Somit entfällt auch die Übermittlung und das müßige Auswerten von Listen in Papierform, da die Daten direkt in digitaler Form dem Gesundheitsamt vorliegen“, erklärt Landrat Becker.

Nicht nur im gewerblichen, sondern auch im privaten Bereich kann die App genutzt werden. Private Treffen können direkt über die Luca-App erstellt werden – die Anmeldung der Teilnehmer erfolgt ebenfalls über einen zuvor generierten QR-Code.

Die Nutzung der Luca-App ist jedoch nicht für alle Bereiche geeignet. Zudem bedarf es guter Vorbereitung seitens der Betreiberinnen und Betreiber oder Veranstalterinnen und Veranstalter sowie die Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger, die App zu nutzen und im Infektionsfall, die von Luca erfasste Kontakthistorie für das Gesundheitsamt freizugeben. „Damit für die Kontaktpersonennachverfolgung verwertbare Daten vorliegen, müssen Geschäfte oder Eventlokalitäten in räumlich definierte Bereiche aufgeteilt werden. In einem Restaurant beispielweise sollte z.B. im Idealfall pro Tisch ein separater QR-Code erstellt werden. Es macht keinen Sinn, die App im Lebensmitteleinzelhandel einzusetzen, sondern nur dort, wo die Erfassung von Kontaktpersonen vorgeschrieben und notwendig ist, weil mehrere Personen über einen längeren Zeitraum direkten Kontakt zueinander haben.

„Die Luca-App kann ein wirksames Mittel sein, um uns allen wieder ein Stück Normalität zurückzugeben. Nach über einem Jahr Pandemie und mehreren Monaten im Lockdown, ist die Sehnsucht unserer Bürgerinnen und Bürger groß, wieder gesellschaftliches Leben erleben zu dürfen, sei es bei einem Essen im Restaurant oder einer kulturellen Veranstaltung“, sagt Landrat Becker.

Veranstalterinnen und Veranstalter sowie Betreiberinnen und Betreiber erhalten weitere Informationen zur gewerblichen Registrierung unter www.luca-app.de. Weitere Informationen für die gewerbliche Nutzung gibt es auch bei der Wirtschaftsförderung des Schwalm-Eder-Kreises unter Tel. 05681/775 485 oder corona-fb80@schwalm-eder-kreis.de.

„Wir und vor allem die Wirtschaft brauchen diese Möglichkeit jetzt, damit wir die Folgen der Pandemie schnellstmöglich in den Griff bekommen“, sagt Landrat Becker und kündigt an, dass nächste Woche mit Vertretern der Wirtschaft ein gemeinsames Gespräch stattfindet, in dem Strategien entwickelt werden sollen, der Wirtschaft und den Menschen vor Ort möglichst schnell Sicherheit und Perspektiven zu geben.