Landwirtschaftlichen Direktzahlungen

Direktzahlungen ("Gemeinamer Antrag i.S.d. Art. 11 VO EU Nr. 640/2014)

Wichtige Änderung für die Beantragung der Flächenförderungen ab dem Jahr 2021 !!!

Ab dem Jahr 2021 ist die Ära des USB-Sticks in der Flächenförderung ausgelaufen und wird durch ein Online-Portal ( "Agrarportal-Hessen") ersetzt. Es erfolgt somit keine Übersendung von USB-Sticks mehr. Dieses dient zukünftig der Kommunikation zwischen der Zahlstelle und den Antragstellenden der flächenbezogenen Programme der Landwirtschaftsförderung. Teile dieses Portals werden inhaltlich mit dem bisherigen Programm zu vergleichen sein.  Angepasst werden vor allem die technologische Basis sowie die grafischen Elemente.

Eine Terminvereinbarung zur Abgabe etwaiger Antragsunterlagen in der Bewilligungsstelle ist nicht mehr erforderlich !

Die Antragstellung ist ausschließlich über das Online-Portal möglich. Die benötigten Zugangsdaten werden den letztjährigen Antragstellern zeitnah schriftlich durch die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WiBank) mitgeteilt. Sollten Sie bisher kein Antragsteller sein, aber ab dem Jahr 2021 beabsichtigen einen Förderantrag zu stellen - setzen Sie sich bitte direkt mit Ihrer Bewilligungsstelle zur Klärung der Antragstellerdaten in Verbindung.

Während der Antragsphase werden Ihnen die Kolleginnen und Kollegen der Arbeitsgruppe 83.2 -Agrarförderung/EFP  bei fachlichen Fragen oder technischen Problemen telefonisch zur Verfügung stehen. Entsprechende Kontaktinformationen erfolgen rechtzeitig durch den Fachbereich an die Antragstellerinnen und Antragsteller. Weitergehende Bearbeitungsmöglichkeiten innerhalb der Bewilligungsstelle sind nicht möglich.
 



Im Zuge der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik ersetzt das System der Direktzahlungen seit dem Jahr 2015 die Betriebsprämie. Die Direktzahlungen tragen zur Einkommens- und Risikoabsicherung landwirtschaftlicher Betriebe bei und stellen den Schwerpunkt der EU-Agrarförderung (1.Säule) dar. Sie gleichen die im weltweiten Vergleich hohen EU-Standards im Umwelt-, Tier- und Verbraucherschutz aus, werden flächenbezogen gewährt und sind grundsätzlich von der landwirtschaftlichen Produktion entkoppelt.

In Deutschland gliedern sich die landwirtschaftlichen Direktzahlungen auf in Basisprämie, Greening-Prämie, Umverteilungsprämie, Junglandwirteprämie sowie Kleinerzeugerregelung. Voraussetzung für die Gewährung der Prämien sind Zahlungsansprüche, die im Jahr 2015 neu zugewiesen wurden. Um diese Zahlungsansprüche zu aktivieren, müssen entsprechende beihilfefähige Flächen bewirtschaftet und im Gemeinsamen Antrag angegeben werden.

  1. Basisprämie
    Die Basisprämie wird bundesweit angeglichen und ab 2019 bei 176 € / Hektar liegen.
     
  2. Greeningprämie
    Voraussetzung zum Erhalt der Greening-Prämie ist die Erbringung von Umweltleistungen. Komponenten des Greenings sind
    ► Anbaudiversifizierung auf Ackerflächen
    ► Erhaltung von Dauergrünland und
    ► eine (Acker-)flächennutzung im Interesse des Umwelt-, Klima- und Naturschutzes auf ökologischen Vorrangflächen.
    Bei Erfüllung der Greeningverpflichtungen wird bundeseinheitlich pro Hektar zusätzlich zur Basisprämie ein Betrag von ca. 85 € gezahlt.
    Betriebe des ökologischen Landbaus sowie Teilnehmer an der Kleinerzeugerregelung sind von den Greening-Verpflichtungen befreit.
     
  3. Umverteilungsprämie
    Zur Förderung kleiner und mittlerer Betriebe über die Betriebsprämie hinaus wurde die Umverteilungsprämie eingeführt. Mit ihr werden die ersten Hektar eines Betriebs gesondert gefördert. Der Prämienbetrag liegt jeweils für die ersten 30 Hektar bei rund 50 € und für die weiteren 16 Hektar bei rund 30 €. Sie ist eng mit der Betriebsprämie verknüpft und kann nur im Zusammenhang mit der Beantragung der Betriebsprämie bewilligt werden.
     
  4. Junglandwirteprämie
    Junglandwirtinnen und Junglandwirte, die einen Betrieb übernehmen oder neu gründen, können die Junglandwirteprämie beantragen.
    Die Prämie wird 5 Jahre lang für maximal 90 Hektar gewährt, wenn sie innerhalb von 5 Jahren nach dem Zeitpunkt der Übernahme / Gründung eines Betriebes beantragt wird. Sie beträgt etwa 44 € / Hektar.
     
  5. Kleinerzeugerregelung
    Die Teilnahme an der Kleinerzeugerregelung ist freiwillig und konnte einmalig im Jahr 2015 beantragt werden. Die Zahlung je Betrieb (also für Basisprämie, Umverteilungsprämie und ggf. Junglandwirteprämie zusammen) ist auf 1.250,- € im Jahr begrenzt.
    Teilnehmer an der Kleinerzeugerregelung sind vom Greening und den Cross-Compliance-Auflagen befreit; alle fachrechtlichen Bestimmungen sind selbstverständlich einzuhalten.

In Hessen erfolgt die Umsetzung der Direktzahlungen  („ alsGemeinsamer Antrag i.S.d. Sammelantrages von Art. 11 der Delegierten Verordnung (EU) Nr. 640/2014“) durch die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen in Zusammenarbeit mit den für die Bewilligung der Direktzahlungen zuständigen Landkreisen und dem Regierungspräsidium Darmstadt.

Um die Antragstellung für Landwirtinnen und Landwirte so komfortabel wie möglich zu gestalten, wurde vor einigen Jahren die Software HELENA (Hessische Elektronische Antragstellung) eingeführt. Für die Beantragung der flächenbezogenen Fördermaßnahmen wurden bis zum Jahr 2020 an die Antragstellerinnen und Antragsteller auf dem Postweg personalisierte USB-Sticks verschickt. Die Software beruht auf Java-Technologie und soll die Antragstellenden einfach durch die Komplexität der Agrarförderung führen und erlaubt komfortabel sowohl die Bearbeitung von Flächendaten (Geometrien - GIS) als auch die Beantragung der jeweiligen Fördermaßnahmen im Formularteil. Plausibilisierungen der Eingaben führen die Anwender intuitiv durch das Programm und bieten zahlreiche Hilfestellungen. Zusätzliche Fachdokumente sowie Schulungsvideos erleichtern den Umgang mit der Software HELENA. Für Fragen steht das Schulungs- und Beratungsangebot des zuständigen Landratsamtes zur Verfügung. Außerdem kann der noch nicht abgeschlossene Antrag auf dem USB-Stick zwischengespeichert, mitgenommen und an einem anderen PC bequem wieder aufgerufen werden.

Weitere Informationen und rechtliche Grundlagen erhalten Sie bei uns und auf der Internetseite des Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.