Neue digitale Gruppenräume im Familienzentrum

Veröffentlicht am: 12.05.2020

Pressefoto Team Elternschule

Das Team von Familienzentrum und Elternschule Schwalm-Eder ist mit seinen Fachkräften auch während der Corona Krise kreisweit für Eltern da. Das Foto entstand 2019, v.l. Mirjam Schmidt, Gruppenleitung in Ziegenhain; Martina Theis, Leiterin der Einrichtung; Marina Otteni, Gruppenleitung und Verwaltung in Homberg; Natalia Lautenschlager, Gruppenleitung in Homberg & Fritzlar; Christiana Kuhnt, Gruppenleitung in Felsberg & Homberg; Nicole Löchel-Tschirner, Gruppenleitung in Homberg & Gudensberg

Kontakt auch während der Kontaktbeschränkungen

Der Verein Familienzentrum und Elternschule Schwalm-Eder e.V. bietet in der Zeit der Kontaktbeschränkungen neue digitale Möglichkeiten für Eltern an. „Um die Familien in dieser schwierigen Zeit auch weiterhin zu unterstützen, ist es nötig neue Wege zu gehen und unsere digitalen Kanäle auszubauen.“ sagt dazu Martina Theis, die Leiterin der Einrichtung. Solange die Kitas noch keine regulären Öffnungszeiten anbieten können, habe auch das Familienzentrum keine Gruppenangebote vor Ort. Dafür wurde ein neues Videochatangebot aufgebaut und kann nun dank der Förderung von Kreis und Land angeboten werden.

Gruppenangebote für Eltern

Die Möglichkeit zu Austausch und Information finden Eltern von Babys und Kleinkindern kreisweit seit letzter Woche in den Videochats des Familienzentrums. Für die einzelnen Zweigstellen des Vereins mit ihren Gruppenangeboten findet ein digitales Format statt. Durch das neue Format ist eine Begrenzung der Teilnehmenden nötig, so dass die Gruppenangebote, wie im regulären Programm, auf die einzelnen Orte bezogen sind.

Das Café Klapperstorch findet in Felsberg montags, in Homberg dienstags, in Gudensberg mittwochs, in Fritzlar donnerstags und in Schwalmstadt immer freitags von 10 bis 11:30 Uhr statt. Das Elterncafé wird im Videochat als Gesprächskreis für alle Eltern mit Bedarf immer freitags von 20 bis 21:30 Uhr und die Chatgruppe „Drop In“ für zugewanderte Eltern in Homberg wird montags von 15 bis 16:30 Uhr angeboten. Der Chat für Alleinerziehende findet mittwochs ab 20 Uhr statt.

Der Zugang zu den „Gruppenräumen“ wird nach Anmeldung über eine E-Mail an info@elternschule-schwalm-eder.de bekannt gegeben. Alle Termine und Informationen sind auch auf der Homepage veröffentlicht.

Beratung

Das Familienzentrum verlängert seine telefonischen Sprech- und Beratungszeiten. Da viele Familien durch die Schulsituation und die Kinderbetreuung erst am Abend die Möglichkeit haben, in Ruhe ein Telefonat zu führen um Probleme und Fragen zu besprechen, erweitern wir die telefonische Erreichbarkeit auch auf die Abendstunden. Alle Zweigstellen sind zu folgenden Zeiten erreichbar:  Montag bis Freitag von 9:00 bis 13:00 Uhr, Montag und Mittwoch von 17 bis 18 Uhr und Donnerstag von 18 bis 19 Uhr.

Ab sofort stehen außerdem sozialpädagogische Fachkräfte wieder für ein persönliches Einzelgespräch zur Verfügung. Diese werden unter Einhaltung der Hygienevorgaben und Abstandsregeln des Robert Koch Instituts (RKI) im großen Gruppenraum der Familienzentren angeboten. Wenn kein Mundschutz vorhanden ist, kann dieser vor Ort gestellt werden. Eine telefonische Anmeldung ist erforderlich.

Trageberatung

Wer Tragehilfen für Babys kennenlernen und ausleihen möchte oder Fragen zur eigenen Tragehilfe hat, kann ab sofort wieder einen Einzeltermin im Familienzentrum in Schwalmstadt wahrnehmen. Dieser findet unter Einhaltung der Hygienevorgaben und Abstandsregeln des RKI statt. Dazu bittet das Team des Familienzentrums um eine telefonische Anmeldung.

Unterstützung bei Hausaufgaben

Für Familien, die Unterstützung bei den Hausaufgaben ihrer Kinder benötigen, bietet das Familienzentrum Hilfe an. Eine Mitarbeiterin steht werktags zur Verfügung um Fragen per Telefon, Videochat oder Messengerdienst zu beantworten. Kontakt kann über die Telefonnummer 05681- 93 646 31 aufgenommen werden. Textausdrucke können einzeln nach Terminabsprache an den Standorten ausgegeben werden.

Da auch der Deutschkurs für Frauen mit Kind nicht stattfinden kann, geben die Kursleiterinnen jeden Freitagvormittag Arbeitspakete mit Deutschaufgaben, Texten mit Fragen zum Leseverständnis, Ratespiele und Bastelvorlagen über ein Fenster der Räume in Homberg aus. Interessierte Familien können sich telefonisch melden.

Zeit mit Kindern gestalten

Eltern finden weiterhin auf der Homepage des Vereins unter www.familienzentrum-schwalm-eder.de täglich neue Beschäftigungsideen für zuhause. Es werden Spiel- und Bastelideen für Kinder von ein bis sechs Jahre vorgestellt. In den Beschreibungen findet man alles was benötigt wird, worauf zu achten ist und wie das Spiel kreativ erweitert und an die persönlichen Verhältnisse angepasst werden kann. Die Mitarbeiterinnen freuen sich über Kommentare oder Fotos und Ideen von Eltern an die E-Mail-Adresse des Familienzentrums.

Kontaktdaten des Vereins: Hauptstelle in Homberg 05681-93 646 31, Felsberg 05662-408 08 53 und Schwalmstadt 06691- 91 588 31; E-Mail: info@elternschule-schwalm-eder.de

Sicht des Schwalm-Eder-Kreises als fester Partner des Familienzentrum und Elternschule Schwalm-Eder e.V.

Aussagen EKB – Jürgen Kaufmann

Erster Kreisbeigeordneter Jürgen Kaufmann zeigt sich von dem vielfältigen Angebot der Elternschule unter dem Einfluss von Corona beeindruckt und spricht der Elternschule seinen herzlichen Dank aus.

„Der Elternschule ist es nach Bedarfserhebung mit unserem Jugendamt gelungen in kürzester Zeit digitale Konzepte zu entwickeln und so das Beratungs- und Leistungsangebot beinahe nahtlos fortzuführen. Wenn wir eins gelernt haben, ist das gerade in dieser besonderen Zeit der soziale Austausch weiter stattfinden muss. Noch besser ist es, wenn er stattfinden kann und dabei die Gefahr der Infektion möglichst gering gehalten wird. Ich freue mich, dass auch die Familien hohes Interesse an Tutorials in Youtube-Kanälen, Einzelberatungen und Gruppenangeboten über Videochats aber auch erweiterten Sprechzeiten zeigen und die Angebote gut frequentiert werden.“

Aussage aus der Sicht der Fachbereichsleitung – Björn Angres

Die Elternschule leistet durch ihre Arbeit einen erheblichen Beitrag im Bereich der Prävention. Kern der Arbeit ist dabei neben dem Beratungsangebot der Fachkräfte auch der Austausch unter den Eltern und die Interaktion der Kinder. Die Beziehungsarbeit und Vertrautheit zwischen den einzelnen Akteuren ermöglicht es dabei sehr schnell Probleme zu erkennen und Lösungen zu erarbeiten. Dies geschieht in vielen Fällen auch in einem non formellen Rahmen, also, wenn z.B. eine Mutter über die Probleme mit ihrem Kind berichtet und im Idealfall gute Lösungen gleich mit präsentiert oder von anderen Eltern/den Fachkräften der Elternschule gute Handlungsstrategien vermittelt bekommt. Auch wenn z.B. die Lösung ist, dass sich die Hilfesuchende an weitere Fach- und Beratungsstellen wenden kann oder Kontakt mit dem Jugendamt gesucht werden sollte. Der Fachbereich Jugend und Familie profitiert daher im hohen Maße von solchen Angeboten, getreu dem Motto „Probleme können oftmals mit kleinen Hilfestellungen gelöst werden und verhindern große Probleme mit weitreichenden Folgen für die Familien“. Durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Verordnungen und Einschränkungen, drohte die Interaktion und der Austausch auf unbestimmte Zeit wegzubrechen. Daher war es von Beginn an das Interesse des Schwalm-Eder-Kreis alternative Formen des Austausches, des Lernens und des Beratens zu ermöglichen. Björn Angres Leiter des Fachbereichs Jugend und Familie stand und steht im engen Austausch mit der Leitung der Elternschule, Frau Martina Theis. Beide waren sich sehr schnell einig das die digitalen Medien die Chance bieten können zumindest zeitweise die „normalen Angebote“ der Elternschule dahin auszulagern und damit auch Kindern und Eltern zur Verfügung stehen, die selber zur Risikogruppe gehören.

Hintergrund

Der Schwalm-Eder-Kreis fördert das Familienzentrum und Elternschule Schwalm-Eder e.V. mit einem jährlichen Betrag von 78.000,- EUR. Durch die kurzfristige Anpassung des Angebotes des Vereins konnte der Kreis sicherstellen, dass der Förderbetrag auch weiter zur Verfügung steht. Somit mussten die Beschäftigten auch nicht in Kurzarbeit geschickt werden oder der Verein Leistungen nach dem Sozialdienstleister-Einsatzgesetz (SodEG) beantragen.