Regenwasserbewirtschaftung

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Warum soll Regenwasser bewirtschaftet werden?

..., weil die am meisten praktizierte Ableitung des Niederschlagswassers auf dem schnellsten Wege (Kanalisation) negative Auswirkungen auf den natürlichen Wasserhaushalt hat:

  • Verschärfung der Hochwasserabflüsse
  • Verminderung der Grundwasserneubildung
  • Verminderung des Niedrigwasserabflusses in Gewässern
  • Verschmutzung der Gewässer

Rangfolge der Regenwasserbewirtschaftung

Aus den vorgenannten Gründen ergibt sich bei dem Umgang mit dem anfallenden Regenwasser aus wasserwirtschaftlicher Sicht eine deutliche Rangfolge.
Die folgende Aufzählung ist so zu verstehen, dass zunächst versucht werden soll, die Maßnahmen unter Ziffer 1 zu verwirklichen. Falls das nicht umsetzbar ist, sollte eine Möglichkeit unter der Ziffer 2 realisiert werden usw.

1. Minimierung versiegelter Flächen

  • flächensparende Bebauung
  • wasserdurchlässige Befestigungsmaterialen
  • entsiegeln vorhandener Befestigungen
  • Dachbegrünung
     

2. Regenwasserversickerung

  • Flächen- oder Muldenversickerung
    (Hierfür sind ca. 5 - 20% der Größe der undurchlässigen Fläche erforderlich)
  • Sickergräben oder Rigolenversickerung

3. Regenwassernutzung

  • Speicherung in Zisternen zur weiteren Nutzung (bspw. Gartenbewässerung, Reinigungszwecke, Toilettenspülung)

4. Verzögerte Ableitung des Regenwassers über:

  • Teiche oder Feuchtbiotope
  • Regenrückhaltebecken
  • offene Grabensysteme

Argumente zur Brauchwassernutzung im Haus

Vorteile:

  • geringere Trinkwasserkosten
  • geringere Abwassergebühren


Nachteile:

  • Baukosten für das separate Brauchwassernetz
  • Energiekosten durch die erforderliche Förderpumpe
  • Refinanzierungskosten für Pumpe und Filter
  • eventuelle Preisschwankungen beim Trink- und Abwasser

Fazit:

Die Installation eines Brauchwassernetzes im Haus zur Nutzung des Regenwassers ist für die Region Nordhessen ökonomisch nicht sinnvoll!
Die Erzeugung des elektrischen Stroms für die erforderliche Pumpe verbraucht im Kraftwerk mehr Wasser, als im privaten Haushalt je an Trinkwasser eingespart werden kann.


Wichtiger ist es, das Regenwasser bereits am Entstehungsort über die bewachsene Bodenzone versickern zu lassen!

Dennoch ist bei der Argumentation zu berücksichtigen, dass Wasser ein zu schützendes Gut ist und wir bewusst und sorgsam damit umgehen müssen, um in der Zukunft auch sauberes Trinkwasser in ausreichender Menge zur Verfügung zu haben.

Praxisbeispiele zur Regenwasserversickerung

Regenwasser Mulde

Rigole

Zisterne


 

Dachbegrünung

Vorteile

  • Abflussverzögerung
    Bis zu 70 % des Regenwassers können von einer Dachbegrünung aufgefangen werden. Dies entlastet die Kanalisation und dämpft Spitzenabfluss in den Gewässern.
  • Bereicherung der Ökologie
    Die Vegetation auf den Dächern ist Lebensraum für Vögel und Insekten.
  • Angenehme Temperaturen
    Ein Grasdach kühlt im Sommer die Innenräume und ergibt eine bessere Wärmedämmung im Winter. An heißen Tagen kühlen Pflanzen die Luft, indem sie Feuchtigkeit verdunsten.
  • Gesündere Luft
    Dachpflanzen binden Staub und Schadstoffe und produzieren Sauerstoff.
  • Zurückgewinn von grünem Land
    Durch die Bebauung verloren gegangene Grünflächen können auf den Dächern neu entstehen.
  • Ruhigeres Wohnen
    Begrünte Dächer dämpfen den Schall.
  • Schöner Anblick

Gründach

Für weitere Informationen und Beratung (im Einzelfall) stehen wir Ihnen gern zur Verfügung!