Erdwärmenutzung

Der Betrieb von Erdwärmeanlagen ist gemäß den §§ 3 und 7 Wasserhaushaltsgesetz (WHG) in Verbindung mit § 71 Hessisches Wassergesetz (HWG) grundsätzlich erlaubnispflichtig.

Für den privaten Gebrauch der Erdwärmenutzung kommen hauptsächlich Erdwärmesondenanlagen, weniger Erdwärmekollektorenanlagen und Wasser-Wasser-Wärmepumpenanlagen zum Einsatz.

Welche wasserwirtschaftlichen Anforderungen an Erdwärmesondenanlagen und Erdwärmekollektorenanlagen gestellt werden, ist dem vom Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) veröffentlichten

"Leitfaden für Erdwärmesondenanlagen zum Heizen und Kühlen"

zu entnehmen.

Der Leitfaden sowie das dazugehörige Kartenmaterial (Erdwärmekarten) und der Antrag auf Erlaubnis von Erdwärmenutzung mittels Erdwärmesonde  können aus dem Internet herunter geladen werden: =>

https://www.hlnug.de/themen/geologie/erdwaerme-geothermie/oberflaechennahe-geothermie/downloads.html  (direkter Link)

Maßgebend für die wasserwirtschaftliche Beurteilung der Erdwärmenutzung ist die Einstufung in „günstige“, „ungünstige“ und „unzulässige“ Gebiete. Hier sind hydrogeologische und wasserwirtschaftliche Gründe maßgebend.

In „günstigen Gebieten“ ist ein Erlaubnisverfahren mit vereinfachten Antragsunterlagen ausreichend. => siehe Antragsformular im Leitfaden

Für die Erdwärmenutzung in „ungünstigen Gebieten“ ist grundsätzlich eine hydrogeologische Stellungnahme eines geeigneten Hydrogeologen oder des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie (HLUG) erforderlich. In diesem Fall sind zusätzliche Antragsunterlagen einzureichen. => siehe Antragsformular im Leitfaden

In „unzulässigen Gebieten“, d. h. im Fassungsbereich oder der engeren Schutzzone eines Wasserschutzgebietes oder in vergleichbaren Zonen von Heilquellenschutzgebieten ist die Erdwärmenutzung unzulässig.

Bemerkung:
Erdwärmekollektoren sind nicht erlaubnispflichtig, sofern die Unterkante der Kollektoren mindestens 1 m über dem höchsten Grundwasserstand liegt.

Erdwärmesondenbohrungen sind gemäß Lagerstättengesetz 2 Wochen vor Bohrbeginn dem Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie anzuzeigen.

  • Anzeigeformular (siehe Leitfaden)

Erdwärmesondenbohrungen > 100 m sind darüber hinaus gemäß Berggesetz der Bergbehörde beim Regierungspräsidium Kassel anzuzeigen.

Das Erlaubnisverfahren wird in Abstimmung mit der Bergbaubehörde durch die Abteilung für Wasser- und Bodenschutz durchgeführt. Im Rahmen dieses Erlaubnisverfahrens wird die Anzeige weitergeleitet.