Tarifstrukturreform ab Sommer 2027 beim NVV
Pressemeldung des Nordhessischen VerkehrsVerbund
Aus zwölf Preisstufen werden drei – Tarifstrukturreform im Nordhessischen VerkehrsVerbund
Einfach, transparent und attraktiv: Der Nordhessische VerkehrsVerbund plant für Mitte kommenden Jahres ein neues Preissystem für Bus- und Bahntickets. Mit der Tarifstrukturreform reagiert der NVV auf die hohe Komplexität des bisherigen Tarifsystems und erleichtert insbesondere Gelegenheitsfahrgästen die Ticketwahl. Der NVV-Aufsichtsrat hat in seiner jüngsten Sitzung der geplanten Reform zugestimmt. Die Umsetzung ist für Sommer 2027 vorgesehen.
Der hessische Wirtschafts- und Verkehrsminister und stellvertretende Ministerpräsident, Kaweh Mansoori, sagt: „Wer Bus und Bahn nutzen will, soll sich nicht erst durch einen unübersichtlichen Tarifdschungel schlagen müssen. Deshalb hat der NVV sein komplexes Preissystem grundlegend überarbeitet. Aus zwölf werden drei Preisstufen – das ist ein echter Schritt hin zu einem alltagstauglichen Nahverkehr in Nordhessen und macht den Umstieg für viele Menschen attraktiver. Das neue U18-Ticket für 2 Euro durch ganz Nordhessen zeigt außerdem: Wir investieren in die Mobilität der jungen Generation und entlasten gleichzeitig Familien.“
Andreas Siebert, Landrat und NVV-Aufsichtsratsvorsitzender, sagt: „Die Tarifstrukturreform ist ein großer Schritt hin zu einem einfacheren und nutzerfreundlicheren ÖPNV in Nordhessen. Dass künftig die Stadt Kassel, alle Kommunen unseres Landkreises sowie unsere Nachbarn aus Hann. Münden und Staufenberg tariflich zu einer Einheit verschmelzen, ist ein starkes Signal für die regionale Zusammenarbeit und eine enorme Erleichterung für die vielen Pendler und Gelegenheitsfahrer in unserer Region.“
Hessens Finanzstaatssekretär Dr. Till Kaesbach stellt fest: „Einfach, verständlich, kundenfreundlich: Das neue Tarifsystem des NVV zeigt, wie moderne öffentliche Dienstleistungen funktionieren sollten – unkompliziert und nah an den Bedürfnissen der Menschen.“
NVV-Geschäftsführer Marian Volmer erläutert: „Wir schaffen ein übersichtliches, leicht verständliches Tarifsystem - auch für Menschen, die den ÖPNV nur gelegentlich nutzen. So erleichtern wir auch neuen Kundinnen und Kunden den Einstieg in den Öffentlichen Nahverkehr. Dank der guten und konstruktiven Zusammenarbeit aller NVV-Aufsichtsratsmitglieder und der Unterstützung des Landes Hessen können wir diese Tarifstrukturreform auf den Weg bringen.”
Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende und Landrat des Landkreises Hersfeld-Rotenburg Torsten Warnecke hebt hervor: „Gerade in einem Flächenlandkreis wie dem unseren ist es wichtig, dass der öffentliche Nahverkehr einfach, verlässlich und nachvollziehbar genutzt werden kann. Die geplante Reform mit drei klaren Preisstufen ist daher ein wichtiger Schritt. Das U18-Ticket – für zwei Euro ganz Nordhessen – ist zudem ein gutes Signal für junge Menschen in Nordhessen. Bei allem bleibt aber festzuhalten: Gute Angebote müssen solide finanziert sein, damit sie dauerhaft tragfähig bleiben.“
Sven Schoeller, Oberbürgermeister der Stadt Kassel, sagt: „Ein Nahverkehrstarif muss verständlich sein. Wer Bus und Bahn nutzen möchte, sollte nicht erst Tarifzonen studieren müssen. Mit der neuen Tarifstruktur wird der Ticketkauf deutlich einfacher und transparenter. Davon profitieren insbesondere Gelegenheitsfahrgäste, Familien und junge Menschen. Die Reform ist ein wichtiger Schritt, um den öffentlichen Nahverkehr attraktiver zu machen und noch mehr Menschen für klimafreundliche Mobilität zu gewinnen.“
Winfried Becker, Landrat des Schwalm-Eder-Kreises, erklärt: „Mit der neuen Tarifstruktur wird Bus- und Bahnfahren deutlich einfacher. Gerade im Flächenlandkreis Schwalm-Eder ist es für die Menschen eine große Erleichterung, künftig mit einem einheitlichen Tarif unterwegs zu sein – unabhängig davon, wohin die Fahrt innerhalb des Landkreises führt. Das pauschale 2-Euro-Ticket für die unter 18-jährigen wird den Einstieg in den ÖPNV sicher noch mal attraktiver machen.“
Nicole Rathgeber, Landrätin des Werra-Meißner-Kreises, betont: „Von der Tarifreform profitieren auch die Bürgerinnen und Bürger im Werra-Meißner-Kreis, denn die neue Struktur macht die Ticketwahl deutlich einfacher. Unser Ziel ist es, Bus und Bahn als attraktive Alternative zum Auto weiter zu stärken und die Mobilität in unserer ländlich geprägten Region nachhaltig zu verbessern.“
Landrat Jürgen van der Horst begrüßt für den Landkreis Waldeck-Frankenberg die Reduzierung der Preisstufen auf ein Viertel der bisherigen Anzahl: „So wird eine bessere Übersichtlichkeit erreicht, es lassen sich Nutzungsfehler vermeiden und die Attraktivität des Angebots wird gesteigert. Auch das neue U18-Ticket trägt sicherlich dazu bei, dass Familien vermehrt Bus und Bahn anstelle des Autos für Ausflüge im NVV-Bereich nutzen.“
Drei Preisstufen
Statt des bisherigen Tarifsystems mit insgesamt zwölf Preisstufen wird es künftig nur noch drei Preisstufen geben:
- Lokal: Fahrten innerhalb einer Stadt oder Gemeinde
- Kreis: Fahrten innerhalb eines Landkreises
- Nordhessen: Fahrten durch zwei oder mehr Landkreise in Nordhessen
Für Fahrten innerhalb der Stadt Kassel gilt weiterhin ein eigener Stadttarif. Hintergrund ist das besonders dichte Nahverkehrsangebot mit Bus-, Tram-, Regiotram- und Regionalzuglinien.
Für die genannten Preisstufen werden neue, klar nachvollziehbare Preise gelten. Über die konkreten Preise informiert der NVV rechtzeitig vor Inkrafttreten der Tarifstrukturreform.
Kreis Kassel ersetzt Kassel Plus
Den bisherigen Kassel Plus-Tarif wird es im neuen System nicht mehr geben. Vielmehr zählen künftig die Stadt Kassel, alle Kommunen im Landkreis Kassel sowie die niedersächsischen Städte Hann. Münden und Staufenberg zur selben Tarifzone.
Neues U18-Ticket: Für 2 Euro durch ganz Nordhessen
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren zahlen 2 Euro für ein Einzelticket (U18-Ticket), unabhängig davon, ob sie in einer Kommune, einem Landkreis oder nordhessenweit unterwegs sind. Kindergartenkinder fahren weiterhin bis zu ihrem 7. Geburtstag kostenlos, wenn sie von einer erwachsenen Person mit gültigem Ticket begleitet werden.
Beliebte Ticketangebote bleiben
Beliebte Ticketangebote wie das 5er-Ticket, das MultiTicket (künftig umbenannt in 24h-Ticket) und die Monatskarte wird es weiterhin geben. Wenig nachgefragte Ticketangebote wie die Wochenkarte werden hingegen nicht mehr angeboten.
Auch das NVV-Abo bleibt Bestandteil des Sortiments und bietet weiterhin zusätzliche Leistungen wie die Mitnahme weiterer Personen am Abend und an Wochenenden sowie die Nutzung der 1. Klasse.
Der Preis des 24h-Tickets, bisher bekannt als MultiTicket, kann künftig über die Zahl der mitfahrenden Personen – maximal fünf Erwachsene – bestimmt werden.
Über weitere Details wird der Nordhessische VerkehrsVerbund seine Fahrgäste rechtzeitig vor der Umsetzung der Tarifstrukturreform informieren.
