Kirmesteams vernetzen sich für mehr Zusammenhalt und klare Haltung
Zehn Kirmesteams aus der Region sind in Kirchberg zusammengekommen, um sich zu vernetzen und über den Umgang mit extremistischen Vorfällen auszutauschen. Im Fokus standen konkrete Handlungsmöglichkeiten und die Stärkung des ehrenamtlichen Engagements.
Zehn Kirmesteams aus der Region sind in Kirchberg zu einem gemeinsamen Netz-werktreffen zusammengekommen, um sich über aktuelle Herausforderungen auszutauschen und ihre Zusammenarbeit zu stärken. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie bei Kirmesveranstaltungen mit extremistischen Vorfällen umgegangen werden kann und wie Teams klare Haltung zeigen können.
Eingeladen hatten die DEXT-Fachstelle und das Projekt „Gewalt geht nicht!“ der Jugendförderung in Kooperation mit der Stadt Niedenstein. Ziel war es, die Vernetzung zwischen Kirmesteams und Burschenschaften aus Niedenstein, Gudensberg und Fritzlar zu fördern und konkrete Handlungsmöglichkeiten für den Ernstfall zu entwickeln.
Bürgermeister Frank Grunewald begrüßte die Teilnehmenden und würdigte das Engagement der Kirmesteams. Er betonte die wichtige Rolle der Kirmessen für das gesellschaftliche Miteinander in den Kommunen.
Auch Vertreterinnen und Vertreter der Polizei begleiteten die Veranstaltung. Yvonne Winter sowie ein weiterer Experte des Polizeipräsidiums Nordhessen gaben praxisnahe Hinweise zur Zusammenarbeit zwischen Veranstaltern und Polizei. Im Fokus standen dabei insbesondere frühzeitige Absprachen im Vorfeld von Veranstaltungen.
Inhaltlich ging es vor allem um den Umgang mit rechtsextremen Vorfällen im Umfeld von Kirmessen. Neben offen extremistischen Handlungen wie dem Zeigen entsprechender Symbole oder gezielten Provokationen wurden auch subtilere Formen thematisiert – etwa abwertende Äußerungen, diskriminierendes Verhalten oder Pöbeleien. Auch frauenfeindliche und sexistische Verhaltensweisen wurden in diesem Zusammenhang aufgegriffen.
Impulse lieferte zudem Daniel Nöding mit einem Vortrag zu rechtsextremen Codes, Symbolen, Musik und Modelabels.
In Kleingruppen arbeiteten die Teilnehmenden an konkreten Fallbeispielen und entwickelten gemeinsam Handlungsmöglichkeiten. Dabei wurde deutlich, wie wichtig klare Abläufe, feste Ansprechpersonen und vorbereitete Kontaktlisten für den Ernstfall sind.
Gleichzeitig wurde das ehrenamtliche Engagement der Kirmesteams ausdrücklich gewürdigt. Kirmessen übernehmen eine wichtige Funktion für das gesellschaftliche Leben vor Ort und schaffen Räume für Begegnung und Austausch. Dies zeigte sich auch in einer gemeinsamen Kartensammlung, in der die Teilnehmenden ihre persönlichen Bedeutungen von Kirmes festhielten.
Auch Landrat Winfried Becker bewertet das Netzwerktreffen positiv: „Solche Formate sind absolut sinnvoll, weil sie das Engagement vor Ort stärken und die Teams miteinander vernetzen. Kirmessen haben eine wichtige gemeinschafts- und identitätsstiftende Funktion und schaffen Räume für Begegnung und Austausch – gerade in Zeiten, in denen solche Gelegenheiten seltener werden.“
Die Veranstaltung machte deutlich, wie wichtig Austausch und Vernetzung für die Zukunft der Kirmes sind. Weitere Treffen in anderen Regionen des Landkreises sind bereits geplant. Darüber hinaus wurde eine weiterführende Unterstützung durch die Jugendförderung und ihre Projekte zur Demokratieförderung in Aussicht gestellt.