Dorfentwicklung

Verfahren der Dorfentwicklung werden in Hessen auf Antrag der interessierten Kommunen und nach einem Auswahlverfahren mit Anerkennung als Förderschwerpunkt durch das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz durchgeführt.

Ziele

Die Dorfentwicklung in Hessen beschreibt als Zielsetzung, Kommunen und Bürgerinnen und Bürger bei der Bewältigung verschiedener Aufgabenstellungen im ländlichen Raum zu unterstützen. Zu diesen Aufgaben zählen:

- Aktive Gestaltung des demografischen und strukturellen Wandels

- Erhaltung, Stärkung und Weiterentwicklung der Dorfkerne

- Vorrangstellung der Innenentwicklung gegenüber einer Außenentwicklung

- Sicherung und Verbesserung der Wohnfunktion

- Steigerung der Energieeffizienz und Minderung des Flächenverbrauchs

- Erhalt des historischen Erbes

- Umsetzung einer kommunalen Strategie zur Entwicklung

Verfahren

Im Mittelpunkt des Verfahrens stehen die Bewohnerinnen und Bewohner. Sie sind aufgerufen bei der Konzeptbearbeitung und Maßnahmenumsetzung mitzuwirken durch das Entwickeln von Ideen, die Benennung von Defiziten, das Aufzeigen von Lösungsmöglichkeiten und das Einbringen eines ehrenamtlichen Engagements.

Für die Umsetzung von Vorhaben der Dorfentwicklung stellt das Land Hessen Fördergelder zur Verfügung. Das Verfahren läuft insgesamt 8 Jahre und gliedert sich in eine zweijährige Antrags- und Konzeptphase sowie eine Umsetzungsphase von 6 Jahren.

Als zentraler Baustein erarbeitet die Kommune zu Beginn des Verfahrens ein integriertes kommunales Entwicklungskonzept (IKEK), in dem für die Kommune wichtige Themen ortsübergreifend und integriert behandelt werden.  Die Konzeptentwicklung erfolgt unter intensiver Einbeziehung und Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Die Vorhaben zur Umsetzung werden in einer Projekt- und Maßnahmenliste dokumentiert. Neben den kommunalen Vorhaben sind die Maßnahmen privater Hauseigentümer in den festgelegten Fördergebieten ein weiterer wesentlicher Baustein der Dorfentwicklung.

In das Verfahren eingebunden ist die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen.Dem Verfahren liegen die Richtlinien des Landes Hessen zur Förderung der ländlichen Entwicklung in der aktuellen Fassung vom 22. März 2018 zu Grunde.

Förderung

Gefördert werden:

  • Dorfentwicklungskonzepte und Beratungsleistungen
  •  Vorhaben im Bereich der Basisinfrastruktur und der Daseinsvorsorge
  •  Investitionen in erhaltenswerte Gebäude
  •  Neugestaltung von Freiflächen mit besonderer Bedeutung  
  •  Maßnahmen des städtebaulich verträglichen Rückbaus.

Die Arbeitsgruppe 80.3 - Dorf- und Regionalentwicklung - im Fachbereich Wirtschaftsförderung unterstützt, begleitet und fördert den Prozess im Zeitraum des Verfahrens. Sie ist Bewilligungsstelle für die Entgegennahme und Bearbeitung von Förderanträgen sowie Auszahlung der Fördergelder.

Zurzeit sind folgende Kommunen als Förderschwerpunkt anerkannt:

Gemeinde Frielendorf

2012 - 2020 

Umsetzungsphase

Gemeinde Neuental

2012 - 2020 

Umsetzungsphase

Stadt Fritzlar                   

2012 - 2021 

Umsetzungsphase

Gemeinde Jesberg

2013 - 2022  

Umsetzungsphase

Gemeinde Knüllwald     

2014 - 2023 

Umsetzungsphase

Gemeinde Ottrau           

2017 - 2024 

Umsetzungsphase ab 2019

Gemeinde Gilserberg     

2018 - 2025 

Konzeptphase (Beginn)

Informationen zu den integrierten kommunalen Entwicklungskonzepten (IKEKs) der Kommunen und den jeweiligen Verfahren erhalten Sie auf den Homepages der Kommunen.

Ansprechpartner: 

Friedhelm Beckmann

Stefan Cichosz

Ute Heppe

Carmen Hucke-Eckhardt

Angelika Roth

Petra Wagner       

Sabine Krause

Förderangebot Dorfmoderation – Moderations- und Beratungsleistungen zur Begleitung von Veränderungsprozessen

Diese Förderofferte richtet sich an die Kommunen, die nicht als Förderschwerpunkt der Dorfentwicklung anerkannt sind, jedoch aufgrund von strukturellen Veränderungen in Folge des demografischen und sozioökonomischen Wandels Handlungsbedarf zur Einleitung von Veränderungsprozessen sehen.

Ziele

Zielsetzung einer Förderung aus diesem Angebot ist die Unterstützung erforderlicher Veränderungsprozesse in den Bereichen soziale und kulturelle Infrastruktur und Netzwerke, Nahversorgung, Gesundheitsversorgung, Mobilität, ehrenamtliches Engagement und soziale Integration durch Moderations- und Beratungsdienstleistungen.

Verfahren

Durch ein vom Ministerium mittels eines Aufrufs initiiertes landesweites Auswahlverfahren (einmal im Jahr) wird Kommunen Gelegenheit gegeben Anträge zu stellen. Unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Mittel werden Anträge für eine Förderung ausgewählt, die besonderen qualitativen Anforderungen genügen.

Förderung

Gefördert werden Ausgaben für Moderations- und Beratungsdienstleistungen und die Erarbeitung kommunaler Entwicklungskonzepte.

Ansprechpartner für eine Erstberatung:

Friedhelm Beckmann